Thomas Battenstein. Gitarrist.
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Nachdenklich, melancholisch, temeramentvoll und lässig

Sonntagskind. Fast jedes Jahr im November, sozusagen in der Vorweihnachtszeit, kommt der Düsseldorfer Gitarrist, Komponist und Produzent Thomas Battenstein mit einer Neu- und Eigenproduktion auf seinem Label TOMTE MUSIC heraus, so, als wäre es ein Resumee des laufenden Jahres, eine musikalische Komprimierung dessen, was sich für den Musiker im Laufe eines Anno in Intellekt und Emotion zwischen ihm und seiner Gitarre angehäuft hat. Und es sind ihm in jedem Fall (bisher und im besten Sinne gesprochen) interessante Würfe gelungen mit einer Musik, der der Gitarrist neben wohlgefälligen Ingredenzien wie feinen Melodien, rassigen Rhythmen oder einprägsamen Sequenzen gleichwohl die schärferen Gewürze aus Jazz, Blues oder Pop untermischt. Dies prägt die Platten des Gitarristen mit einer persönlichen Note, die einmal nicht ihre Originalität aus dem Sattsam abgehudelten ‚crossover’-Terrain bezieht.

Battensteins nun inzwischen siebtes Album mit dem Titel "Blue Sunday" könnte vom Konzept her eine Quadrologie-Ergänzung zu seinen drei vorherigen CDs "Rain in Spain", "Quartier Latin" und "Wintertime" bilden. Es gibt viele Ähnlichkeiten , die die Platten vom Charakter und Sound her verbinden, jedoch ohne in Klischees zu erstarren. Somit kann man auch von einer musikalischen Weiterentwicklung des Gitarristen sprechen, zumal man vielleicht sogar die letzte Produktion als seine gelungenste empfinden mag. Ein positives Signal!

Von den insgesamt elf eingespielten Titeln halten sich sechs Eigenkompositionenmit fün Standards aus dem Jazz-Pop-Bereich die Waage – ein Konzept, das Battenstein zu bevorzugen scheint, da sich hinsichtlich der Instrumentierung sowohl für eigene Titel als auch für die Fremdstücke unterschiedliche Möglichkeiten anbieten, d.h. auf die Charaktere der Stücke zugeschnittene Arrangements, mal mit einer Rhythmusgruppe, dann wieder mit verschiedenen Gitarrenbesetzt.

Die Standards ziehen ihre Spur über die berühmte Jazzballade "Summertime" aus Gershwin Negeroper "Porgy and Bess", das wohl eines der meist arrangierten und interpretierten Stücke aus dem Jazz- und Unterhaltungsmusikbereich sein dürfte, über den ebenfalls megapopulären Kinks-Ohrwurm "Sunny Afternoon" bis hin zu einer Gitarren-Improvisation übe die altbekannte Händel’sche (D-Moll-) "Sarabande", die aus dem Reigen des populären Sujets hervorsticht.

Battensteins Eigenkompositionen spiegeln nicht nur unterschiedliche Stimmungen, sie wechseln auch mit den verschiedenen Gemütszuständen, in denen sich der Gitarrist selbst bewegt: zwischen nachdenklich, melancholisch, temeramentvoll und lässig. Durch rhythmisch abwechslungsreiche, fantasievolle, melodische, nuancierte, harmonische Stilmittel in Kombination mit ausgefeilten Arrangements und geschmackvoller Instrumentierung gelingt ihm ein durchaus überzeugendes, abgerundetes Stimmungspanorama, das er als sommerliches Gegenstück zu seiner Vorgängerin "Wintertime" verstehen will.

Markenzeichen Thomas Battensteins und hervorragend präsentiert sind wieder einmal der transparente Klang der klaren Aufnahmetechnik wie auch die stets ansprechende Gestaltung des Albums inklusive Booklet. Und wer nicht weiß, was mit "Blue Sunday" gemeint ist, der wird einen Tupfer der Stimmung in jedem Stück wiederfinden: zwischen heiter und ernst, im Zwielicht der Emotionen – ein typischer Battenstein.

Peter Maier, Gitarre aktuell, Januar 1999