Thomas Battenstein. Gitarrist.
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Reif für die klingende Insel

Ein Stier bäumt sich auf, kämpft einen hoffnungslosen Kampf gegen den Menschen und verendet. In seinem vierten Album fängt Battenstein (44) Episoden aus dem spanischen Kulturkreis ein. Dramatische Melodien und raffinierte Rhythmen entlockt er seiner Gitarre, fügt sie zu teilweise anrührenden Geschichten ohne Worte zusammen. Pünktlich zum Hochsommer erschien die Glitzerscheibe "Rain in Spain".

Ein Romantiker, ja ein Träumer begegnet dem Hörer bei allen 10 Titeln, die der Düsseldorfer Musiker komponierte und für Gitarre und Gruppe in exzellente, raumfüllende Klangbilder verwandelte. Wie auf seinen früheren CD-Produktionen (NRZ berichtete) erkennt man den gelernten Grafiker und Kunsterzieher, der mit Musik bewegte Bilder von der verdörrten Steppe Andalusiens malt, ohne in Sentimentalität und abgedroschenen Spanien-Klischees abzugleiten. Einfühlsam, verinnerlicht und auf hohem technischen Niveau vermengt er Meeresbrausen und auf hohem technischen Niveau vermengt er Meeresbrausen und Mondschein mit Jazz- und Blues-Elementen und verzichtet auf jegliches "y viva Espana" – und "olé" –Gejohle. Thomas Battenstein spielt alle Gitarren, Bass, Percussion und Keyboards, Knut Schütze Congas und Percussion.

Ursprünglich geht Battenstein z.B. von persönlichen Erlebnissen – einer Liebschaft, einer Urlaubsreise – aus, schreibt einen kurzen, prägnanten Text (auch im Booklet) und lässt davon zu niveauvoller Programmmusik inspirieren. Erstaunlich, dass sich die Leichtigkeit des temperamentvollen "Latin Summer" und es munteren Cha-Cha "Hotel Voyageur" (Conga-Solo!) auch nicht bei ernsteren Titeln verliert – wie in "Amigo" (einem Freund gewidmet) und "Schicksal eines Stieres". Obwohl im letzteren der Stier, für den Battenstein hörbar eine starke Sympathie entwickelt, verendet: Allmählich verflüchtigt sich der eben noch bohrende Pulsschlag. Sanfte Melancholie breitet sich auch in der Rock-Ballade "Insel-Träume"(Island Dreams) und im Blues "Eminor" aus.

Aber Battenstein versteht sich ebenso auf kunstvoll aufgebaute Spannung: So kreisen im "Langen Weg zur Quelle" (El Largo Camino Hacia la Fuente) über zehn Minuten lang Fis- und G-Dur-Akkorde (phrygisch / lydisch) umeinander. Sie umgarnen und reiben sich, quälen sich trotz Überlänge nicht in Langeweile. Die stimmungs- und abwechslungsreiche CD gibt es im Handel und auch beim Musiker (Tel 0211 / 40 13 98, Fax 47 90 999).

Michael-Georg Müller, NRZ, 27. Juli 1995