Thomas Battenstein. Gitarrist.
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"Laid back" (zurückgelehnt) nennen Gitarrenspieler in Louisiana (USA) ihr Spiel, wenn sie entspannt zum Instrument greifen. Das gilt auch für den Düsseldorfer Künstler Thomas Battenstein

Ein vielsaitiger Gitarrero

Die Pop-, Rock- und Jazzgeschichte ist gespickt mit den Bemühungen einzelner Künstler, alles alleine durchzuziehen. Schon Sidney Bichet befand in jazzseligen Zeiten, er müsse neben seiner Klarinette auch Schlagzeug, Baß und Piano spielen – die Aufnahme gilt gerade noch als Kuriosität. Heutige Popstars wie Prince glauben gelegentlich, ein Studio allein beherrschen zu müssen. Das kann geniale Züge haben, aber auch seelenlos perfekt und beliebig wirken.

Etwas ganz anderes ist es, wenn der Düsseldorfer Gitarrenspieler und Virtuose Thomas Battenstein auf der CD "Rain in Spain" alle Gitarren selber zupft. Das Solo-Unternehmen mit Perkussion Unterstützung (Knut Schütze) ist nicht nur technisch perfekt, sondern zeugt auch von ausgebuffter Gedankenarbeit. Battenstein beherrscht seine unterschiedlichen Gitarren und weiß sie stilsicher einzusetzen – auch und gerade beim Nacheinander im Aufnehmen der einzelnen Instrumente.

Den virtuosen und gleichzeitig lässigen Umgang mit unterschiedlichen Gitarren hat Battenstein schon auf früheren Produktionen gezeigt – so mit instrumental arrangierten Weihnachtsliedern auf "Stille Nacht" oder europäischen Liedgut auf "Guitaropa". Impressionistisch geriet ihm "île d’yeu" in Erinnerung an eine Ferieninsel vor der französischen Atlantikküste.

Auch "Rain in Spain" reflektiert Reisen durch die iberische Halbinsel. Der Titel zielt auf das große Wasserproblem besonders im Süden des Landes, lässt aber auch das luftige Wortspiel aus "My Fair Lady" mitschwingen. Battensteins Umgang mit den Gitarren ist am einfachsten in dem Stück "Latin Summer" zu erkennen. Aus einem sanft gespielten Intro entwickelt sich eine kompakte Vielstimmigkeit mit starken improvisatorischen Elementen. Wie da Rhythmus- und Leadgitarre ineinander greifen und dann miteinander streiten, das ist schon ein Hörgenuss.

"Ich erzähle Geschichten", betont Battenstein. Die Beschreibungen sind allerdings keine vordergründigen Klangspielereien. Als Erklärung mag dienen, wie im Stück "El Largo Camino Hacia La Fuente" (dem Titel gemäß) die über zehn Minuten bis zur Quelle beschrieben werden – der Weg ist das musikalische Ziel. Die Titel "Rain in Spain" und "Eminor" stammen noch aus Battensteins Rockmusikzeiten mit der Band NOX NOX, auch das swingt mit. Natürlich stampft immer wieder der Flamenco daher, ein Gitarrenlehrer wie Battenstein käme um ihn ohnehin nicht herum. Dennoch ist diese Hommage an Spanien frei von Klischees.

"Rain in Spain" besticht durch sauberen Klang liebevoll gestalteter Aufnahmen ohne übertriebenen technischen Aufwand. Die CD ist in Düsseldorfer Plattengeschäften zu haben. Ansonsten direkt bei TOMTE MUSIC.

Uwe Witsch, Rheinische Post, 18. September 1995