Thomas Battenstein. Gitarrist.
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Plattentipp: Thomas Battenstein "Voice & Guitar"

Kennt noch jemand die Beatles? Für die Jüngeren: Das war mal eine sehr bedeutende englische Band, die Songs geschrieben hat für die Ewigkeit. Leider sind etliche ihrer Titel zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Oder weiß noch jemand, auf welchem Album der Titel "Wait" zu finden war? Thomas Battenstein kann jetzt den Finger heben, denn er hat dieses wunderschöne Lied ausgegraben und für seine diesjährige Plattenveröffentlichung ganz wunderbar einfühlsam interpretiert. Nicht im Stile der Beatles, sondern mit einem ziemlich relaxten Hauch von Latinjazz, der den Klassiker in die Jetztzeit wehen lässt. Plötzlich ist der Staub weg, und es liegt eine Spannung in der Luft, die zu unwillkürlichen Muskelverspannungen der besseren Art führt. "Wait" ist nicht der einzige Song aus den 60ern, dessen sich der Ausnahmegitarrist aus dem Düsseldorfer Norden angenommen hat. "Fixing A Hole" ist ebenso dabei wie das betörende "Things We Said Today". Doch der auf diese Weise quasi zum Musikhistoriker mutierte Altrocker belässt es nicht bei Reminiszenzen zu den Fab Four, er widmet sich auch der damaligen Konkurrenz und stellt neben die Lennon/McCartney-Songs auch zwei Kompositionen aus der Werkstatt von Jagger/Richards. Es sind Songs aus einer Zeit, als der Kreativitätsregler der Rolling Stones noch nicht auf Dauer-Repeat stand, als sie noch Songs von Belang lieferten. "Paint It Black" findet sich da neben "Sweet Virginia", und beiden Standards verleiht Battenstein eine ganz besondere Note.

Das liegt vor allem an seiner Stimme, der man in jeder Sekunde die Herkunft anhört und weiß: Hier singt kein Brite, hier ist ein Deutscher am Stimmwerk. Battenstein versucht gar nicht erst, das zu verheimlichen. Er setzt seinen teutonischen Zungenschlag als Stilmittel ein, und siehe da, es passt ganz hervorragend zur Musik. Das klingt tausendfach besser, als wenn er krampfhaft einer dem Original möglichst ähnlichen Aussprache nachgehechelt wäre und damit nur der 37. Version eines Hits die 38. nachgeschoben hätte.

Natürlich kann der Mann, der nun schon 14 Alben im Repertoire hat, seine bekannte Liebe zum Jazz nicht verheimlichen, was sich nicht nur in Standards wie "Autumn Leaves" oder "You Go To My Head" spiegelt, sondern sich auch in Chris Reas Chillouthymne "On The Beach" nachweisen lässt. Die lässt Battenstein schweben wie flirrende Hitze über körnigem Sand und kann sich nicht nur dabei auf die kompetente Unterstützung von Markus Hofmann (Drums), Konstantin Wienstroer (Kontrabass) und Knut Schütze (Conga) verlassen.

So ist "voice & guitar" in der Summe ein Album geworden, das den aus den 60ern übrig gebliebenen Gefühlen Starthilfe zum Flug ins Jetzt gibt, so ganz nebenbei aber auch die Erinnerung an eine Zeit frisch hält, die es so wohl nie mehr geben wird. Da vereinen sich Gestern und Heute zur beschwingten Gemeinsamkeit. Kann man mehr wollen?

Hans Hoff, Biograph – Kultur für Düsseldorf, November 2005